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Datenschutz News & Trends
Rubrik: Datenschutz International, Datensicherheit, Kundendatenschutz

Internet Explorer 10 wird „Do-Not-Track“ als Standardeinstellung haben

Der im Herbst zu erwartende Internet Explorer 10 von Microsoft wird trotz anhaltender Kritik als Standardeinstellung die Do-Not-Track Funktion aktiviert haben. Dies verkündete gerade Microsofts oberster Datenschützer Brendon Lynch im August in einem Blog-Beitrag.

Die Funktion wird bei der Expressinstallation des Internet Explorers automatisch voreingestellt, die Nutzer haben indes im Rahmen der benutzerdefinierten Installation oder jederzeit über ihre Browsereinstellungen die Möglichkeit, die Do-Not-Track Funktion zu deaktivieren. Lynch begründet dieses Vorgehen mit Microsofts Motiv, die Funktionen und Einstellungen des Browsers derart zu gestalten, dass die Privatsphäre der Nutzer optimal geschützt wird.

Beim derzeit insbesondere von Microsoft und Mozilla propagierten Do-Not-Track Verfahren wird ein HTTP-Header verschickt, der die vom Nutzer besuchten Webseiten dazu auffordert, das Surfverhalten des Nutzers nicht zu verfolgen und zu protokollieren. Das Do-Not-Track Verfahren kann das Tracking jedoch nicht effektiv unterbinden, sondern erfordert die Kooperation des Webseitenbetreibers.

Industrievertreter, die diese Verhaltensdaten für die Schaltung zielgerichteter Werbung nutzen, haben Microsoft stark für die vorgesehene Standardeinstellung kritisiert. Auch das World Wide Web Consortium (W3C), das für eine Standardisierung von Techniken im World Wide Web zuständig ist, sieht in der standardmäßigen Aktivierung der Do-Not-Track Einstellung einen Verstoß gegen den noch nicht verabschiedeten, aktuellen DNT-Standard des W3C, der eine Default-Voreinstellung in diesem Bereich verbietet. Industrievertreter und das W3C wollen die Do-Not-Track Einstellung daher nur dann akzeptieren, wenn der Nutzer diese aktiv ausgewählt hat und sie nicht als Voreinstellung bereits vorhanden war.

Während auch die US-amerikanische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde, die Federal Trade Commission (FTC), das Do-Not-Track als Standardeinstellung als Bevormundung der Nutzer kritisiert, begrüßt die EU die geplante Standardeinstellung des Microsoft Internet Explorers hingegen ausdrücklich. Robert Madelin, der Generaldirektor der IT-Abteilung bei der EU-Kommission, erläuterte in einem Schreiben an das W3C, dass aus Sicht der Kommission eine Voreinstellung in einem Browser die Entscheidung des Nutzers weder verzerrt noch bestimmt. Industrievertreter sowie das W3C hätten aus Sicht der EU die Standardeinstellung somit als ausdrückliche Erklärung des Nutzers zu werten.

(Presseerklärungen bei Heise vom 8. August 2012)

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